Hessische Polizei warnt bei Großschadenslagen künftig auch über KATWARN

Die hessische Polizei setzt künftig das Warn- und Informationssystem KATWARN ein, um die Bevölkerung über Großschadenslagen wie Terroranschläge zu informieren.

 

KATWARN ... besser gewarnt!

KATWARN ... besser gewarnt!
© Matthias Heyde/Fraunhofer Fokus

 

Die kostenlos erhältliche App bilde dabei eine schnelle und verlässliche Ergänzung zu den bereits bestehenden Warn- und Informationsmechanismen der Polizei, betonte Innenminister Peter Beuth im Rahmen der Vorstellung der App im Krisenzentrum des Innenministeriums. An der Pressekonferenz nahmen auch Landespolizeipräsident Udo Münch sowie Dr. Klaus Zehner von der SV SparkassenVersicherung und Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme teil. Die erstmalige Nutzung der App durch die Polizei erfolgt am morgigen Mittwoch, 12.00 Uhr, in Form eines Probealarms.

„Ab sofort nutzt die hessische Polizei landesweit KATWARN, um die Bevölkerung unmittelbar über konkrete oder mögliche Bedrohungslagen wie terroristische Anschläge zu informieren. Auch wenn uns zurzeit keine Hinweise auf eine unmittelbare Gefahr für das Leben der Menschen in unserem Land vorliegen, müssen wir vorbereitet sein. Daher rufe ich auch die Bürgerinnen und Bürger in Hessen auf, die App auf ihren Mobiltelefonen zu installieren. Im Falle einer Warnmeldung ist es von großer Bedeutung, der Polizei umgehend Folge zu leisten und seinen Mitmenschen vor Ort zu helfen“, so Innenminister Peter Beuth.

Bisher nutzten 17 Landkreise die App für den Katastrophenschutz

KATWARN wird in Hessen bereits seit 2014 durch die Landkreise zur ergänzenden Warnung der Bevölkerung von Schadensereignissen genutzt. Beispiele hierfür sind Gefahrstofffreisetzungen durch Unfälle oder Brände, Evakuierungen nach Kampfmittelfunden oder Hochwassergefahren. 17 Landkreise nutzen diesen Service zurzeit als Brand- und Katastrophenschutzbehörden und wurden von der Landesregierung entsprechend gefördert.

„Seit mehr als 250 Jahren unterstützt die SV SparkassenVersicherung die Feuerwehren und die öffentliche Sicherheit, früher mit Leitern und Wassereimern, heute mit modernster digitaler Technik wie KATWARN. Der Einsatz von KATWARN durch die Polizei in Hessen ergänzt die bisherige Verwendung durch die Feuerwehr perfekt“, sagte Dr. Klaus Zehner, Vorstandsmitglied der SV SparkassenVersicherung.

Das KATWARN-System wurde vom Fraunhofer-Institut FOKUS im Auftrag der öffentlichen Versicherer Deutschlands, darunter die SV SparkassenVersicherung, entwickelt. Bereits seit 2011 ist es im Einsatz und verbreitet Gefahrenwarnungen in Deutschland sowohl auf Ebene von Stadtstaaten und Bundesländern sowie kleinräumigere Gefahrenwarnungen auf Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten. Darüber hinaus versendet das System seit 2012 deutschlandweit die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an alle Nutzer im Bundesgebiet und ist seit diesem Jahr zudem mit dem Warnsystem KATWARN Österreich/Austria gekoppelt.

Die Kosten für die Einführung und den Betrieb trägt das Land Hessen, die technische Plattform stellen die öffentlichen Versicherer für das Gemeinwohl zur Verfügung. „Mit der heutigen Einführung des KATWARN-Systems nutzt die hessische Polizei eine innovative Möglichkeit, Menschen in Gefahrensituationen schnell und sicher zu informieren. KATWARN ist ein deutschlandweit einheitliches Warnsystem, das in kürzester Zeit bundesweit überall eingesetzt werden könnte“, so Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme.

Ein weiterer Baustein, um die Bevölkerung schnell und verlässlich zu warnen

Für die Sicherheitsbehörden ist es von großer Bedeutung, die Bevölkerung im konkreten Bedrohungsfall warnen zu  können. Dafür bedient sich die Polizei bereits jetzt zahlreicher Instrumente. Dazu gehören „klassische“ Warnmittel wie Lautsprecherdurchsagen und Rundfunkwarnmeldungen, aber auch die sozialen Medien. Gerade bei Twitter hat die hessische Polizei ­– allen voran das Polizeipräsidium Frankfurt – Pionierarbeit geleistet, wenn es darum geht, mit Bürgern in den Dialog zu treten, sie auf aktuelle Entwicklungen hinzuweisen oder vor Gefahren zu warnen. So wurde beispielsweise anlässlich der EZB-Eröffnung im März 2015 die Bevölkerung erfolgreich informiert und vor Gefahren in der Innenstadt gewarnt.

„Die Menschen in unserem Land sollen angesichts der Ernsthaftigkeit einer möglichen Bedrohung schnell und zuverlässig erfahren, ob sie in Gefahr sind oder nicht. Vor allem ist es in Zeiten sogenannter Fake News von zentraler Bedeutung, dass wir im Falle einer konkreten Bedrohung schnelle und verlässliche Informationen bieten. KATWARN ist in diesem Zusammenhang kein Ersatz für die bestehenden Systeme, sondern ein weiterer Baustein, um die Bevölkerung zu warnen und den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Verhaltenshinweise zu geben. Da verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Medien benutzen, können wir durch eine Medienvielfalt die meisten Menschen erreichen“, so Innenminister Peter Beuth.

 

Hintergrund: Probealarm am 19. Juli 2017, 12.00 Uhr

Am morgigen Mittwoch, 19. Juli 2017, 12.00 Uhr, wird die hessische Polizei die KATWARN-App erstmals nutzen und einen Probealarm absetzen. Nutzer werden dann folgende Probealarmierung erhalten: „Die Polizei Hessen hat KATWARN in Betrieb genommen. Es liegt keine Gefahrensituation vor! Ab sofort werden polizeiliche Warnungen in Hessen auch über KATWARN an die Bevölkerung übermittelt.“

 

Anmeldung zur KATWARN App

Die KATWARN App steht kostenlos zur Verfügung für:

·         iPhone im App Store

·         Android Phone im Google Play Store

·         Windows Phone im Windows Phone Store

Alternativ bietet KATWARN kostenlose Warnungen mit eingeschränkter Funktionalität auch per SMS/E-Mail zum Gebiet einer registrierten Postleitzahl. SMS an Servicenummer 0163-755 88 42: „KATWARN 12345 mustermann @ mail.de“ (als Beispiel für Postleizahl 12345 und optional E-Mail).

Weitere Informationen finden Sie unter www.katwarn.de.

Rauchmelder und KATWARN Tag am Freitag, den 13. Mai 2016

 

 

        Rauchmelder retten Leben

 

 

 

 

 

Am Freitag ist Rauchmelder- und Katwarn-Tag

Über 5.000 Smartphone-Nutzer haben App zur Warnung vor Katastrophen heruntergeladen

Main-Kinzig-Kreis. – Am kommenden Freitag, 13. Mai, werden gegen 10 Uhr einige Smartphones laut klingeln. Denn für diesen Zeitpunkt kündigt das Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises einen Probealarm über die Katwarn-App an. „Vor eineinhalb Jahren haben wir das elektronische Warnsystem Katwarn in unserem Kreis eingeführt. Seither haben mehr als 5.000 Bürgerinnen und Bürger diese App auf ihrem Smartphone installiert. Das heißt, dass sie im Falle einer größeren Katastrophe, ob das nun eine Überschwemmung oder ein Flächenbrand ist, direkt über ihr Mobiltelefon gewarnt werden. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, dieses Angebot aus dem Internet herunterzuladen“, erklärt Landrat Erich Pipa. Bundesweit nutzen bereits mehr als zwei Millionen Menschen diese App auf mobilen Endgeräten verschiedenen Typs.

 

Der 13. Mai ist der bundesweite Rauchmeldertag. Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ – unter anderem getragen vom Deutschen Feuerwehrverband – weist mit diesem Aktionstag auf die Bedeutung von Warnmeldern hin. „Die App Katwarn verfolgt ein ähnliches Ziel wie die klassischen Rauchmelder in Wohnungen, nur eben auf andere Unglücke und ein komplettes Gebiet bezogen“, verdeutlicht Pipa, der 2014 den Startschuss für Katwarn im Main-Kinzig-Kreis gegeben hatte. „Wir wollen frühzeitig die Bevölkerung warnen, zu ihrer eigenen Sicherheit und zur Erleichterung der Arbeit unserer Rettungskräfte. Deshalb wird der Rauchmeldertag bei uns zum Rauchmelder- und Katwarn-Tag. Es ist für alle Nutzer der App auch die Gelegenheit zu überprüfen, ob ihre Einstellungen stimmen und man eine Meldung laut genug hören kann.“

 

In mehreren Kreisen, die Katwarn unterstützen, werden am kommenden Freitag um 10 Uhr Probealarme ausgelöst. Neben dem Main-Kinzig-Kreis sind dies unter anderem Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau sowie der Landkreis Offenbach, die einen gemeinsamen Funktionstest des elektronischen Warnsystems ausführen. Gegen 10.30 Uhr wird Entwarnung gegeben. Künftig soll der Aktionstag für Rauchmelder auch dazu dienen, einen gemeinsamen Tag für den Probebetrieb zur Warnung der Bevölkerung mittels Sirenen beziehungsweise mittels elektronischer Warnsysteme zu etablieren. Daran wird sich das Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises beteiligen.

 

Weitere Erläuterungen zu Katwarn finden Interessierte im Internet unter www.katwarn.de. Auf dieser Seite gibt es auch Erläuterungen zur Anmeldung und zur Funktion. Benachrichtigungen können per SMS, E-Mail beziehungsweise direkt über die App auf den Smartphones beziehungsweise den Tablet-PCs empfangen werden. Dabei besteht auch die Möglichkeit, sich sowohl für den Wohn- als auch den Arbeitsort anzumelden, um so über katastrophische Ereignisse früh im Bilde zu sein. Mit der Katwarn-App werden parallel auch die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes verbreitet. Folgekosten durch die Installation der App entstehen keine; die Kosten für Warnungen und Informationen per SMS trägt die jeweils auslösende Gebietskörperschaft entsprechend ihrer im Bundesland Hessen bestehenden gesetzlichen Verpflichtung.

 

www.katwarn.de

www.rauchmelder-lebensretter.de

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